Zerstückeltes Gebet

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phpbbadmin
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Zerstückeltes Gebet

Beitrag von phpbbadmin » So Apr 01, 2018 6:59 pm

Zerissenes Band, in jedem Land,
zerrissene Stricke, in meine Herzen,
toben doch immer die Schmerzen.

Gefangen, geborgen, aufgehoben,
verbogen, verloren, vergangen,
instande zu Versagen, im Wehklagen,
des leisen Widerstands im Jubelland.

Wo immer du auch sein magst,
wo immer auch dein Keim nagt,
ich gedenke deiner, bin einer,
von Vielen, von Niemandem,
von allem, von Keinem im Reinem.

Was dir geschieht, auf keine Haut,
was dir passiert, im Todeslauf,
was ich erfahre, nah deiner Bahre,
was ich erlebe, im kalten Beben,
in keinem Gesicht, am letzten Gericht,
werden wir sehen, wird es geschehen.

Was wirst du sagen, worüber klagen,
kann ich irgendetwas wagen,
bin ich mehr als alte Kindersagen,
verloren auf alten Wegen, diesen Tagen,
mir schlägt das alles auf den Magen,
und weiter nagen des Teufels Maden.

Zerissen, ich will es wieder flicken,
würde so gerne neue Bande stricken,
doch was genommen, ist verloren,
was gebunden, wird verworren,
was gesagt, unausgesprochen,
ist es der Braten, so gerochen?

Was kann ich tun, wohin mich wenden,
für deine Freiheit, deiner Lenden,
deine Anmut, deine Schönheit,
meines Lebens, letzte Krönung,
bist du noch da, bin ich verloren,
bin ich gewesen, ungeschoren?

Keiner kann deuten, diese Worte,
deren Glocke, ich heute läute,
deren Stimme ich ansage,
das ich spreche, dieser Tage,
dieses letzte, sei Gebet,
für dich hin für mich geleitet,
das es uns soweit begleitet.

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